Mundspülungen Folgen der täglichen Anwendung

Der Mund ist das Tor zum Körper, und da er ständig mit einer Unmenge von Fremdkörpern konfrontiert wird, muss er über ein gutes Abwehrsystem verfügen. Ein erwachsener Organismus besitzt etwa zehn Milliarden Immunzellen und noch hundert Millionen Mal so viele Antikörper. Sie alle zusammen haben ein Gewicht von bis zu zwei Kilogramm. Die meisten Immunzellen erreichen ein Durchschnittsalter von nur wenigen Tagen. Pro Tag werden rund 250 Gramm Zellsubstanz neu aufgebaut. Deshalb ist die körpereigene Abwehr auf einen ständigen Nachschub an lebensnotwendigen Substanzen angewiesen.

Das Immunsystem im Mund besteht aus drei Schutzwällen Speichel, Mundflora und Mundschleimhaut. Sie sind Teil unseres angeborenen Immunsystems und bestimmen entscheidend mit, ob wir gesund bleiben oder krank werden.

Mundspülungen sind in aller Munde und werden fast täglich von Menschen angewendet. Mundspülungen sind dazu geeignet, für einen begrenzten Zeitraum nach chirurgischen Eingriffen die Pflege zu unterstützen und können somit die Mundhygiene verbessern, sie sind jedoch nicht für den täglichen Gebrauch und auch nicht zur ständigen Vorbeugung geeignet!

Mundspülungen enthalten verschiedene Stoffe die nicht nur die „schädlichen“ Bakterien im Mund zerstören, sondern auch die „guten“ und somit die eigene Immunabwehr!

Mundspülungen enthalten unter anderem Stoffe, die die Mundhöhle aus dem Gleichgewicht bringen und somit Schaden anrichten können.

Das sollte besser nicht in den Mund

  • synthetische antibakterielle Stoffe, tragen zur möglichen Resistenzbildung von Bakterien bei. Sie greifen die Schleimhäute an und können Irritationen und Allergien auslösen. Das macht die Schleimhäute anfälliger für Reizungen, und schädliche Keime können die Mundschleimhaut stärker besiedeln.
  • Tenside sind waschaktive Substanzen und Emulgatoren, die sowohl fett-als auch wasserlöslich sind. Typische Vertreter: Sodium Laureth Sulfate (SLES), Sodium Lauryl Sulfate (SLS) Natrium Lauryl Sulfate (NLS). Der Schaum dringt tief in alle Zahnzwischenräume ein und attackiert nicht nur die krankmachenden, sondern auch die gesundheitsfördernden Bakterien. Durch die intensive fettlösende Reinigungskraft greifen Tenside auch die Schleimhaut und sogar die Membranen der Zellen an. Es kann zu Reizungen in der Mundschleimhaut kommen. Zudem fördern Tenside die Bildung von Aphten und trocknen die Mundschleimhaut aus.
  • Parabene sind antibakterielle und hormonell wirksame Substanzen. Besonders gern werden Parabene in Mundpflegeprodukten verwendet, da sie die Produkte vor Verkeimung schützen. Die Konservierungseigenschaften der Parabene werden jedoch auf der Schleimhaut weiter fortgesetzt, da der Körper diese unbekannten Stoffe enzymatisch nicht abbauen kann.

Aufbau Immunsystem Mund

Speichel – die beste Mundspülung der Welt

Der geschmack- und geruchslose Speichel befeuchtet, umspült und reinigt Mundhöhle, Zunge und Zähne. Täglich produziert der Mensch ca. 0,5-1,5 Liter Speichel. Man vermutet, dass Speichel mehr als 200 Substanzen enthält, darunter natürliche Verdauungsenzyme, wie Amylase. Sie spaltet Stärke in Einfachzucker auf.  Andere Enzyme, wie Lysozym und Peroxidase, haben antibakterielle Eigenschaften. Unterschiedliche Speichelproteine, wie Schleime schützen die Mundschleimhaut vor Verletzungen und vor Austrocknung sowie vor Viren, Pilzen und Bakterien.

Unser Speichel ist vollgepackt mit Mineralstoffen wie beispielsweise Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Jod und Fluorid. Sie sorgen für die Remineralisierung der Zähne. Des Weiteren enthält unser Speichel Spuren von Opiorphin als schmerzstillende Substanz. Das ist wichtig, denn im Mundbefinden sich zahllose Nervenenden, sodass schon klitzekleine Verletzungen im Mund stark wehtun. Damit Wunden schnell heilen, steht das Eiweiß Histatin parat. Es fördert die Wundheilung und hat außerdem antibakterielle Eigenschaften. Unser Speichel enthält mehr als 50 unterschiedliche antimikrobielle Eiweiße (Peptide und Antikörper (Immunglobuline z.B. Immunglobulin A). Sie fangen Viren und Bakterien ab und bekämpfen sie vor Ort, sodass diese gar nicht erst tiefer in den Körper gelangen.

Mundflora

Die Mundflora ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die in der Mundhöhle leben. Bakterien haben im Allgemeinen einen schlechten Ruf, denn man verbindet mit ihnen meistens Krankheiten und Infektionen. Das stimmt aber nicht. Im Gegenteil, die meisten Bakterien sind harmlos und gesundheitsfordernd dank ihrer Schutzfunktion vor schädlichen Keimen. Natürlich gehören auch krankmachende Bakterien zur Mundflora, die zum Beispiel Karies oder Zahnfleischentzündungen auslösen können. Man muss also zwischen guten und schlechten Bakterien unterscheiden.

Gute Bifidobakterien, Laktobazillen oder unterschiedliche Streptokokken verteidigen von Geburt an ihren Lebensraum „Mund“. Die verschiedenen Regionen im Mund werden von unterschiedlichen Bakterienkolonien besiedelt. Da die Winzlinge ihr Zuhause nur ungern mit Konkurrenten teilen, haben sie unterschiedliche und effektive Methoden entwickelt, um sie zu vertreiben oder zu vernichten. Bakterien sind intelligent, anpassungsfähig und kooperativ. Machen sich üble Bakterien im Mund breit, so sind „gute Keime auch in der Lage, zelleigene Antibiotika, sogenannte Bacteriocine, oder Säuren zu produzieren.

Mundschleimhaut

Sollten trotz aller Schutzmaßnahmen des Speichels und der Mundflora Keime tiefer in die Mundschleimhaut eindringen, tritt das komplexe Abwehrsystem der oralen Schleimhaut ein. Wie die Haut muss sich auch unsere Mundschleimhaut mit Umwelteinflüssen, Keimen Fremd- und Giftstoffen auseinandersetzen. Sie ist in drei Schichten aufgebaut:

  • Das Mundschleimhautepithel (Oberhaut)
  • Das Schleimhautbindegewebe
  • Das Unterschleimhautbindegewebe

Die Mundhöhle ist ein einzigartiges Immunsystem, das uns effektiv vor Keimen und schädlichen Fremdstoffen schützt. Es ist notwendig und wichtig, die Mundhöhle gut zu pflegen, nicht aber sie zu zerstören.

TIPP´S für eine gesunde Mundhöhle

  • morgens tägliches Öl ziehenes pflegt die Mundschleimhaut, versorgt sie mit wichtigen Vitaminen, reduziert Zahnstein und wirkt entgiftend.
  • tägliche Prophylaxe zu Hause – führen Sie eine individuelle Mundpflege täglich zu Hause durch. Zähne putzen allein reicht nicht aus. Die Zahnbürste erreicht nur 60% der Zahnoberflächen. Eine Zahnzwischenraumreinigung ist absolut wichtig.
  • Zahnpflegeprodukte – verwenden Sie nur Zahncremes oder besser Zahnputzpulver die auch für Ihre individuelle Mundsituation geeignet sind.
  • Probiotika – unterstützen Sie Ihre Mundhöhle täglich mit guten Bakterien in Form von Lutschtabletten oder probiotischen Zahncremes!
  • Mundspülung – sollten Sie übergangsweise einmal eine Mundspülung ohne ärztlichen Rat anwenden, verwenden Sie eine Mundspülung, die nur die krankmachenden Keime zerstört und Ihre gesunden Bakterien nicht angreift. Oder lassen sich eine individuelle Mundspülung laut der Aromatherapie herstellen.
  • Kariesprophylaxe – Spülungen mit Xylitol (Birkenzucker) oder auch Lutschdrops verringert die Bildung von Plaque Bakterien, welche Karies auslösen können. Plaque Bakterien können den Zuckeralkohol nicht für ihre Ernährung gebrauchen, verhungern dadurch regelrecht und können keinen Schaden mehr anrichten.
  • Ernährung/Darm – Karies und Parodontitis sind unter anderem auch Stoffwechselprobleme. Wenn der Stoffwechsel im Darm nicht richtig funktioniert, kann es sein, dass trotz guter Ernährung wichtige Mineralien und Vitamine nicht im Körper aufgenommen werden. Eine Mikronährstoffanalyse im Blut kann darüber Auskünfte geben welche Nährstoffe, Vitamine, Hormone Ihnen fehlen. Evtl. ist auch eine Darmsanierung notwendtig
  • halbjährlich zur professionellen Zahnreinigung in die Zahnarztpraxis. Eine Prophylaxe Assistentin ergänzt Ihre Pflege und entfernt die Beläge, die Sie nicht erreicht haben.

Für weitere Fragen und einer individuellen Onlineberatung können Sie mich gerne kontaktieren!

Herzliche Grüße

Andrea Feuer

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